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Pädiatrie - Wahrnehmung
Unser Nervensystem unterliegt einer Selbstorganisation, in der Teile des Gehirns den
”Informationsfluß” regulieren. Somit vollzieht sich für die Gesamtheit der Eindrücke und Reize eine
Auslese, die uns zum Beispiel vor einer Überflutung schützt und es uns ermöglicht, das
Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Dabei arbeitet das Gehirn als Ganzes.
Es ist ein Organ der integrierenden Regulation, ein Informationsverarbeitungszentrum, was uns die Ankopplung an die Umwelt überhaupt erst
ermöglicht, was uns LERNEN ermöglicht. So ist LERNEN abhängig von der gesamten
Funktion des Gehirns!
Die Informationen werden durch Wahrnehmungssysteme erfasst. Einige
Wahrnehmungssysteme verarbeiten die gleiche Art von Reizen, andere nicht. Die
Wahrnehmungssysteme arbeiten in ständig sich ändernden Verflechtungen zusammen, sie
bilden eine Einheit.
Die nächste Skizze beschreibt Sinnessysteme und ihre Funktionen.
(Gibson – Tabelle, hier
klicken)
Wahrnehmung, das sind alle Eindrücke und Empfindungen, die wir mit unseren Sinnen aus der
Umwelt und aus uns selbst aufnehmen. Mit unseren Sinnen erfassen wir unzählige Informationen
und Reize und führen sie an spezielle Verarbeitungszentren im Gehirn weiter.
Wahrnehmung bezieht sich aber auch auf die körpereigene Motorik und Bewegung. Wir spüren,
wie sich unsere Körperhaltung verändert, wir wissen auch mit geschlossenen Augen in welcher
Stellung sich unsere Gliedmaßen befinden.
Fühlen, Anfassen, Berühren und ”Be-greifen” ist Wahrnehmung, genauso wie das Erkennen des
Verhältnisses der eigenen Person zum Raum, das räumliche Erkennen.
Wahrnehmung beschreibt also einen komplexen Prozess, von der Reiz- und Informationsaufnahme
und ihrer Weiterleitung, bis hin zur Weiterverarbeitung im Gehirn.
Dabei wird uns nur ein Teil der Informationen bewusst. Der Informationsgewinn resultiert aus
Umwelt- und Körperreizen, die auf uns wirken oder die wir uns verschaffen. Vor diesem
Hintergrund müssen Bewegungsauffälligkeiten von Kindern neu verstanden und
aufgefasst werden.
Sie versuchen sich Reize, die sie für ihre Entwicklung benötigen,
zu verschaffen. In der frühen Kindheit sind die Wahrnehmungsfunktionen der wichtigste Aspekt für
die Entwicklung und das Lernen. Andere Entwicklungsbereiche (Motorik, Kognition, Sprache,
Sozialisation, Emotionalität) bauen auf die Wahrnehmung auf, sie sind eng mit ihr verbunden
und bedingen sich gegenseitig.
Die Wahrnehmung, also das Spüren der Sinnesempfindung, fördert
Bewegung, beeinflusst also die Motorik, wie auch umgekehrt, die Motorik sich auf die
Sinnesempfindung auswirkt. Sinnesempfindung und Motorik beeinflussen sich gegenseitig, sie
stehen demnach in einer Wechselbeziehung zueinander. Die nachfolgende Skizze soll verdeutlichen,
dass mit Bewegung und Sinneswahrnehmung auch andere Bereiche tangiert werden.
UNSER GEHIRN ARBEITET ALS GANZES UND LIEFERT UNS STÄNDIG NEUE
ERFAHRUNGEN UND ERKENNTNISSE.
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